Kreide ist ein wichtiger und zu wenig beachteter Gebrauchsgegenstand des Billardspiels. Vor allem bei Gelegenheitsspieler und leider auch in manchen Billardlokalen.

Wozu  man Kreide braucht
Kreide wird aus aus Queueleder aufgetragen und zwar möglichst oft, am besten nach jedem zweiten oder dritten Stoss. Kreide hat eine leicht haftende Wirkung und verhindert, dass die Kugel beim Durchstossen vom Leder rutscht. Naheliegender Weise ist dies vor allem bei Effet-, Retro- und Top-Spinnstössen der Fall.
   

Welche Kreide man brauchen sollte
Die Firma Tweeten, die seit geraumer Zeit in der Nähe von Chicago (USA) diverse Produkte für das Billardspiel herstellt, (Kreide, Ferrulen, Queueleder) hat eine sehr starke Stellung im Markt. Master, Triangle und Goldstar Kreiden kommen von Tweeten und sind alle sehr gut und sehr, sehr populär. In Europa und den USA spielen vermutlich gegen 90% oder mehr Spieler mit dieser Kreide. Das spricht für sich, insbesondere da der Preis nicht wirklich ins Spiel fällt.

Brauchen Sie jedenfalls keine brüchige oder harte Kreide. Beide lassen sich schlecht auf das Leder auftragen.
Manche Billardlokale verwenden absichtlich schlechte Kreiden (meistens steinhart!), vermutlich um die Kunden zu animieren eine andere Kreide zu kaufen, oder aus Angst, die gute Kreide würde gestohlen. Ein Eigentor, denn wenn der Spieler mit schlechter Kreide spielt oder sie gar nicht verwendet und immer von der Kugel rutscht, wird er vermutlich aggressiver spielen oder es ganz bleiben lassen. Beides schlecht für die Kasse....
    

Welche Kreide für welche Leder....
Eine viel diskutierte Frage. Die einzig wahre Antwort ist vermutlich: es spielt keine Rolle. Da Tweeten sowohl Kreide als auch Leder herstellt, würden sie sicher eine Empfehlung abgeben - geben sie aber nicht.
Probieren Sie die eine oder andere aus und brauchen Sie diejenige, die Ihnen am besten behagt, aus welchem Grund auch immer.
       
Wie man Kreide aufträgt...
Eigentlich eine simple Sache - beachten Sie folgende Regeln:
  • Tragen Sie die Kreide häufig und sorgfältig auf
  • Fahren Sie mit der Ecke der Kreide über das Leder, dann brauchen Sie die Kreide gleichmässig auf und haben nicht nach kurzer Zeit ein Loch in der Mitte.
  • Beschmieren Sie nur das Leder und nicht die ganze Ferrule, verschmierte Ferrulen irritieren bloss beim zielen.
  • und vor allem: rauhen Sie das Leder von Zeit zu Zeit mit einem Lederpräger (Willard, Q-Cube, Schleifer etc.) oder etwas Schleifpapier (Korn 60 oder 80) auf.
  • Kaufen Sie nicht zu viel Kreide auf einmal. Eine 12-er Box reicht auch für einen fleissigen Amateur eine ganze Weile. Wenn Sie eine Kreide ausprobieren wollen, lassen Sie sich ein Stück schenken. Meiden Sie Händler und Lokale, die Ihnen keine Kreide zum ausprobieren schenken wollen!
  • Benutzen Sie ihre eigene Kreide und nicht diejenige des Gegners. Das erspart Ihnen Ärger am Tisch.
  • Stecken Sie die Kreide nicht in die Hosentasche. Das erspart Ihnen Ärger mit der Frau.
  • Benutzen Sie gegebenenfalls eine Kreidetasche oder einen Magnetkreidehalter.
        
Welche Farbe....
Es gibt nur einen Grund, warum Kreide unterschiedliche Farben haben und das ist die Tatsache, dass es verschieden farbige Tücher gibt!!! Nur Spassvögel benutzen eine rote Kreide auf einem normalen, grünen Tuch.
Aus welchen, historisch bedingten Gründen auch immer, es hat sich ziemlich durchgesetzt, dass Snooker Spieler vorwiegend grüne Triangle Kreide benützen und Poolspieler vorwiegend blaue Master.